02.11.2025: Miyazaki-Aoshima-Kagoshima

Heute ging es für uns früh los. Um 6.30 Uhr ging es zum Frühstück. Wir wurden von einer langen Schlange überrascht und wunderten uns was da los ist. Immerhin ist ja Sonntag. Naja, hilft ja nichts, da müssen wir uns anstellen. Nach 15 Minuten kamen auch wir an die Reihe. Gut gestärkt checken wir aus und fuhren mit Gepäck mit dem Zug nach Aoshima (ca. 30 Minuten Fahrt).

Aoshima hat einen Umfang von 1,6km und geschätzt 200 Pflanzen- und Tierarten von denen man nur einen Bruchteil sehen kann. Vor der Küste sind Surfer aktiv.

Die beschauliche kleine Insel hat uns sehr gut gefallen. Es ist spannend, was die Natur hier geschafft hat. Die Steinformation sieht tatsächlich aus wie Waschbretter. Wir hatten Glück mit der Ebbe, so konnten wir sie richtig sehen. Ein Spaziergang um die Insel herum zeigte uns wie viele Palmen und Biro Bäume hier wachsen. Wir merken das milde Klima.

Da noch etwas Zeit war bis unser Zug nach Kagoshima fährt, entscheiden wir uns noch zum Miyazaki Jingu zu fahren. Das heißt, wir fahren die halbe Strecke mit dem Bus und laufen nochmal etwa 20 Minuten. Der Schrein ist von einem dichten Waldgebiet umgeben und wohl aufgrund der Feierlichkeiten heute voller Menschen in Festtracht, also Kimono und Anzug.

Neben dem Schrein finden sich noch vier historische Häuser, die hier auf einem Museumsgelände wieder aufgebaut wurde.

Nach dem Schrein laufen wir zu Fuß zur nächsten Bushaltestelle beim Bahnhof Miyazaki Jingu und fahren mit dem Bus wieder zum Bahnhof Miyazaki.

Dort besorgen wir uns erstmal wieder eine Auswahl an Bento Boxen für die folgende Zugfahrt.

Um 12:26 Uhr sitzen wir dann wie geplant im Zug nach Kagoshima. Wir genießen die Aussicht und das Essen und geben uns dann unserer Lieblingsbeschäftigung bei Zugreisen in Japan hin, wir schlafen eine Runde.

Gegen 14:40 Uhr erreichen wir Kagoshima-Chuo und können nach kurzer Wartezeit im Hotel direkt am Bahnhof einchecken.

Um 15:15 Uhr machen wir uns auf zum Sengan-En. Einer herrschaftlichen Gartenanlage am Rand der Stadt.

Im Garten hat man eine gute Aussicht auf den Sakurajima, der heute leider etwas von Wolken umhüllt ist. Ansonsten gefällt uns der Garten sehr gut und ist wirklich ein Beispiel für japanischen Garten- und Landschaftsbau.

Auf dem Rückweg steigen wir schon am Bahnhof Kagoshima aus und gehen den Weg durch die Stadt um etwas Essbares aufzutreiben. Wir kommen am Platz der alten Burg vorbei, wo heute nur noch das wieder aufgebaute Tor steht und finden leider keinen Platz mehr im Restaurant unserer Wahl. Dafür nehmen wir nun die Tenmonkan-Dori ab, auf der heute das Ohara Festival für zwei Stunden stattfindet.

Wiederaufgebaut.

Schlussendlich kommen wir wieder am Kagoshima-Chuo Bahnhof an und gehen im benachbarten Gebäude in das sogenannte Yatai Village um dort besagte Yatai zu verköstigen. Wir probieren Oden, Karaage und die hiesigen Gyoza aus. Alles schmeckt uns sehr gut.

Um Anschluss geht es nach einem Zwischenstopp im Hotel noch auf den Shiroyama, dem hiesigen Haushügel, um das nächtliche Stadtpanorama zu genießen.

Zurück gehen wir wieder durch die Stadt wo jetzt kaum noch Spuren von Festival zu sehen sind und der Verkehr wieder normal fließt.

01.11.2025: Beppu-Miyazaki

Heute starteten wir mit einem Sonntagsfrühstück. Zur Frühstückszeit wurden wir angerufen und konnten uns an den gedeckten Tisch setzen.

Sehr gut gestärkt machten wir uns auf Erkundungstour durch Kannawa-Onsen. Wir besuchten 2 der schönsten Höllen.

Umi Jigoku: Die blaue Hölle. Der Park war toll angelegt und es gab 2 farbige Becken. Ein schönes Naturschauspiel. In beide sollte man besser nicht seine Hände reinhalten, da das Wasser knapp 100 Grad heiß sein soll. Außerdem gab es ein Fußbad, für dass das Wasser extra runtergekühlt wurde. Das mussten wir natürlich direkt ausprobieren und hatte uns gut gefallen.

Shiraike Jigoku: Diese Hölle hatte uns auch gefallen. Hier kommt das Wasser farblos aus der Erde und wird erst durch seine Berührung mit dem Becken grünlich. Das Becken schien nicht ganz so heiß zu sein, zumindest hat es ein Graurreiher lange drin ausgehalten.

Weiter schlenderten wir durch die Fußgängerzone und probierten das Dampffußbad aus. Das hatte es in sich und war ganz schön heiß. Man soll seine Füße maximal 10-15 Minuten reinhalten. Für uns haben auch 5 Minuten gereicht. Danach fühlten sich die Füße und Schienbeine richtig war man. Des weiteren besuchten wir noch die warmen Steine. Die waren so warm, dass man ohne Socken nicht drauf stehen konnte- Wahnsinn! Die warmen Fußsohlen begleiteten uns noch bis zum Zug.

Nach der Erkundungstour ging es mit dem Bus wieder zu Beppu Station. Wir deckten uns mit Bentoboxen zum Mittagsessen ein und fuhren mit dem Zug bis nach Oita um dann weiter nach Miyazaki zu fahren.

Nach einer Zugfahrt durch die spektakuläre Küstenlandschaft gehen wir vom Bahnhof Miyazaki zu unserem Hotel. Wir werden von einem Straßenfest überrascht und entschließen uns dieses nach dem Check-in genauer in Augenschein zu nehmen.

Es handelt sich um das Miyazaki Jingu Festival und so kommen wir in den Genuss einiger Vorführungen und einer typischen Trommlergruppe, die uns 40 Minuten am Stück in ihrem Bann ziehen.

Dann geht es mit der Besorgung eines Nachtimbiss zurück ins Hotel wo wir den Abend ausklingen lassen.

31.10.2025: Fukuoka-Beppu

Heute starten wir den Tag mit einem späten Frühstück. Anschließend ging es zum Bahnhof Hakata um von dort mit dem Limited Express nach Beppu zu fahren. Auf dem Weg dorthin kaufen wir uns erstmal zwei bewährte Regenschirme. Es wird sich zeigen, dass sie heute noch öfters gebraucht werden.

Die Zugfahrt war sehr entspannt. Man merkte wie sich die Landschaft verändert. Je weiter wir nach Beppu kamen, desto mehr Berge haben wir gesehen in denen entweder tief die Wolken hingen oder heiße Dämpfe aufstiegen. Spannend war auch, dass der Zug in Kitakyūshū die Richtung wechselte und jeder seine Sitzbank eigenständig wieder in Fahrtrichtung drehen konnte. Das hat auch jeder freiwillig gemacht. Rückwärts fährt hier niemand.

Unser Zug von Fukuoka nach Beppu

In Beppu angekommen machten wir uns auf die Suche nach einem Mittagessen und wurden bei einem typisch bürgerlichen Lokal für Sobagerichte fündig. Gestärkt erkundeten wir Beppu. Charakteristisch für den Ort sind die vielen Schwefeldämpfe, die von heißen Quellen aus der Erde kommen und verschiedene öffentliche warme bis heiße Handwaschbecken. Nach einem Spaziergang am Meer, es gibt sogar einen kleinen Standabschnitt und einen Segelboothafen, ging es mit dem Bus zu unserem Ryokan in Kannawa. Auf der etwa 20 minütigen Fahrt machen wir einige Höhenmeter gut. In Kannawa begrüßen uns noch viel mehr Dämpfe, die aus dem Boden aufsteigen. Das ist sehr beeindruckend. Hier sollte hoffentlich keiner ein Kälteproblem haben und die natürliche Wärmequellen gut nutzen. Im Ryokan angekommen werden wir erstmal nicht groß beachtet. Man war irritiert, dass jetzt noch jemand einchecken will. Dabei war es erst 17.00 Uhr. Nach einem Blick auf den Empfang stellte das Personal jedoch ruck zuck fest, dass wir tatsächlich noch erwartet werden und wurden freundlich begrüßt. Wir hatten uns bewusst für eine Unterkunft abseits der Touristenmassen entschieden und stellen fest, dass englisch hier nicht ganz so einfach ist. Aber was solls, mit Händen und Füßen klappt auch das. Wir werden sogar direkt zu unserem Zimmer geführt. Die Zimmernamen sind auf Japanisch, dass hätten wir selbst mit einer Beschreibung nicht so ohne weiteres gefunden. Termine für das Abendessen und Frühstück können wir auch vereinbaren. Die wichtigen Dinge sind geschafft.

Das Abendessen war vorzüglich und ließ keine Wünsche offen. Besonders spannend fanden wir das frittierte Hühnchen, sowas hatten wir noch nicht gekannt. Auch die anderen Sachen schmeckten vorzüglich. Es gab 12 angerichtete Teller, teilweise mit mehreren Gerichten drauf. Wie gut, dass einem erklärt wurde, mit was man als Vorspeise beginnt.

Die Onsen haben wir natürlich auch noch ausprobiert und für sehr gut befunden. Das heiße Wasser ist schon ziemlich heiß und kribbelt etwas auf der Haut. Bei der Sandsauna ist der Sand so heiß, dass wir uns nicht komplett mit dem Sand zudecken können, aber zum draufsetzen eine lustige Erfahrung. Die Schwefelsauna ist ein bisschen wie die deutsche Dampfsauna, nur nicht so warm. Die hatte uns jetzt nicht so vom Hocker gehauen. Die anderen Sachen konnten wir mehr genießen.

30.10.2025: Taipeh-Fukuoka

Heute starteten wir wieder entspannt in den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück. Das Buffet wurde fast komplett verändert, sodass es wieder tolle taiwanesische Speisen zum Probieren gab. Besonders hat uns das Obst gefallen. Dieses mal gab es auch Maracuja. Die war deutlich geschmacksvoller, als wir es aus Deutschland kennen.

Anschließend hieß es packen, heute Nachmittag wird es nach Japan gehen. Wir entscheiden uns unser Gepäck schon mitzunehmen. Dafür sind Rucksäcke einfach praktisch.

Da wir so gut in der Zeit waren, versuchten wir noch einen Bus für unsere Tour in 10 Tagen online zu reservieren. Die Homepage konnten wir auf Englisch umstellen, leider nicht die Haltestellen. Naja, wir können ja mal an der Rezeption um Hilfe fragen. Gesagt getan, und wir konnten die richtigen Tickets reservieren, die wir später noch in echte Tickets umtauschen müssen.

Nun ist es Zeit für unseren Weg zum 101 Tower. Ein Highlight für eine super Aussicht auf Taipeh. Heute ist der 1. Tag an dem kein Regen angesagt ist und wir hoffen, dass sich der Ausflug lohnt. Bis 2003 war es das höchste Gebäude der Welt. Wir wollen im 88. Stock einen Kaffee trinken und die Aussicht genießen. Nach einigem suchen uns fragen fanden wir das richtige Café. Mit dem Aufzug ging es vom 2. In den 60. Stock. Dabei spürten wir sogar mehrmals leichten Druck in den Ohren. Danach mussten wir den Aufzug wechseln und fuhren hoch bis zum 88. Stock. Es hat sich gelohnt. Es war spannend Taipeh von oben zu sehen. Es wirkte alles so klein, selbst die Nachbarhochhäuser an denen wir gestern noch vorbeigelaufen sind, wirkten winzig. Dabei kamen sie uns gestern riesig vor. Auch konnten wir die Wanderung von gestern sehen und haben weitere Dinge erkannt, die wir besucht hatten. Man konnte sogar den Fluss entlang bis ans Meer schauen. Außerdem fiel uns auf wieviel Grün es gibt und wie hoch die Berge sind. Nicht umsonst heißt es in den Reiseführern, dass erst ab 3.000Hm die harten Wanderungen in Taiwan anfangen. Alles darunter ist nicht weiter wild.

Gut in der Zeit liegend fahren wir ohne umsteigen zum Hauptbahnhof. Dort wechseln wir noch schnell zum Taipei Bus Terminal und können problemlos unsere morgens online erworbenen Tickets abholen, eine Sache von 30 Sekunden. Wir sind begeistert.

Anschließend fahre wir mit dem Airport Mrt Express zum Flughafen Terminal 2. Die Fahrt dauert auch etwa 40 Minuten, der Commuter ist nur ein paar Minuten langsamer.

So kommen wir stressfrei am Flughafen an, geben unser Gepäck am Baggage self drop ab, machen noch einen Ausflug auf die Besucherterrasse und gehen durch die Sicherheitskontrolle. Unser Gate liegt dann genau zwischen T1 und T2, sodass wir den Flughafen dann doch genau kennenlernen können.

Ein kleiner Snack wird noch am Gate genommen, da wir unsicher sind, ob bei weniger als zwei Stunden Flugzeit überhaupt verpflegt wird.

Mit etwa 10 Minuten Verspätung beginnt das Boarding, dann geht es aber ziemlich schnell und wir sind in der Luft.

Es wird tatsächlich voll verpflegt, also warmes Gericht mit Auswahl und Getränk. Nur auf leichte Turbulenzen kann keine Rücksicht genommen werden und der Service geht weiter.

So kommen wir gut gestärkt ziemlich pünktlich in Fukuoka an. Hier müssen wir erstmal mit dem Shuttlebus das Terminal wechseln, da der U Bahnhof bei den Inlandsflügen liegt.

Wir nehmen die nächste Bahn und fahren gut im Zeitplan liegend zum Hauptbahnhof von Fukuoka, namens Hakata. Nur noch schnell den JR Kyushu Railpass abholen und dann auf zum Tonkatsu Ramen Restaurant denken wir.

Nachdem heute alles so gut geklappt hat stellt sich für uns die Realität in der Warteschlange am JR Schalter wieder ein. Für die 6 Personen vor uns brauchen die Auszubildenden und Instruktor 60 Minuten. Als wir dann ankommen, ist die Ladenschlusszeit greifbar nahe, sodass sich der Instruktor doch entschließt mitzuhelfen.

Für uns ist damit der Restaurantbesuch gelaufen, wir fahren mit der Metro weiter zum Hotel, kaufen uns in einem Konbini noch einen Mitternachtssnack und wollen eigentlich nur noch ins Bett.

Beim CheckIn stellen wir fest, dass das Hotel einen kleinen Onsenbereich hat, den wir dann doch noch nutzen und den Snack tatsächlich erst nach Mitternacht zu uns nehmen.

29.10.2025: Taipeh

Heute starteten wir mit einem entspannten taiwanesischen Frühstücksbuffet im Hotel. Das hatte uns mit seinen lokalen Gerichten gut gefallen.

Gegen 10.00 Uhr: Aufbruch mit der Metro zum Konfuzius-Tempel. Das war schon interessant zu sehen, wie für einen Gelehrten ein Tempel unterhalten wird. Außerdem konnten wir uns über seine Geschichte informieren. Das war gut aufbereitet.

Anschließend ging es schräg gegenüber zum Baoan-Tempel. Er hat es in die Liste der UNESCO geschafft und ist einer der am besten restauriertesten Tempel Taiwans.

Uns hat er gut gefallen, wobei wir auch den Bangka Long Chan Tempel von gestern sehr schön fanden. Insgesamt ist uns ein Unterschied zu den japanischen Tempeln dahingehend aufgefallen, dass die Tempel hier nicht farbenfroher und verschnörkelter aussehen. Direkt über dem Baoan Tempel verlief die Einflugsschneise zum Stadtflughafen Taipehs. Das war richtig laut. Kein Vergleich zu Mainz.

Anschließend ging es zu Fuß über den Keelung River. Das war kein so schöner Weg. Der Lärm und auch das Getümmel der Großstadt machte sich bemerkbar. Auf der anderen Seite nahmen wir den Jiantanshan Wanderweg zu verschiedenen Aussichtspunkten auf dem Berg. Man konnte schön in die Stadt schauen und das Ausmaß Taipehs erahnen. Zum Glück nieselte es nur hin und wieder, sodass wir trotz diesiger Sicht einiges erkennen konnten.

Für den Rückweg ins Zentrum entscheiden wir uns für die Metro. Der Abstieg zur Station führte uns eine interessante offensichtlich nicht so ausgetretene Wegstecke.

Auf dem Weg zur Dihua Street entdeckten wir einen schönen kleinen Laden zum Mittagessen. Hier essen offensichtlich auch die Einheimischen. Ein gutes Zeichen für uns. Wir bleiben hier und wurden nicht enttäuscht. Wir verständigten uns mit Händen und Zeichen und bekamen was wir wollten.

Gut gelaunt schlenderten wir die Shoppingstreet entlang. Die Straße und auch das Viertel wirkte auf uns nicht so touristisch wie das historische Viertel Taipehs. Die Dihua Street hatte viele kleine Läden mit Gewürzen, getrockneten Früchten und Nüssen. Außerdem gab es riesige Gebinde getrockneter Pilze und anderer spannender Lebensmittel. Wir konnten nicht alles identifizieren und die Beschriftung war nicht immer auf Englisch. Die Zeit verging wie im Flug, sodass wir direkt wieder mit der Metro zu unserem vorletzen Tagesziel gefahren sind, dem Xiangshan (Elefantenberg). Von hieraus soll man auch einen schönen Blick über die Stadt haben und bei Dunkelheit das leuchten sehen. Also machten wir uns wieder auf zur Wanderung. Dieser Weg war deutlich touristischer als heute morgen. Aber auch hier wurden wir mit tollen Ausblicken belohnt.

Für den Abstieg entscheiden wir uns für einen Rundweg. Auf dieser Seite des Berges gab es kein Licht. Aber als erfahrene Wanderer sind wir ja gut ausgestattet und haben für alle Eventualitäten Taschenlampen dabei. Damit war es kein Problem. Unterwegs trafen wir keine Menschenseele, dafür jedoch einige Frösche. Okay, als Wanderweg würden wir die Strecke jetzt aus unserer Sicht nicht deklarieren, dafür war sie viel zu gut ausgebaut und hatte genügend Stufen. Trotzdem war es ein schöner Weg.

Weiter geht es zu unserem letzten Tageszeit, dem Raohe Street Night Markt. Das soll einer der berühmtesten Nachtmärkte der Stadt sein. Auf dem Weg dorthin laufen wir direkt am 101 vorbei und entdecken zufällig die Breeze Shopping Street. Hier steppte der Bär. Es war ein buntes Treiben mit jeder Menge noblen Geschäften und Künstlern auf der Straße. Die Gegend war hell erleuchtet durch Reklametafeln oder bunt geschmückten Bäumen. Es hat Spaß gemacht dadurch zu schlendern. Im Allgemeinen kam uns die Gegend um den 101 bis zum Nachtmarkt sehr gehoben vor. Hier kann bestimmt nicht jeder wohnen.

Auf dem Nachtmarkt herrschte reges Treiben. Es gab sehr viele Essensstände und ein paar Jahrmarktbuden. Im Allgemeinen ging es sehr gesittet zu. Die Besucher liefen konsequent auf der einen Seite in die eine Richtung und auf der anderen Straßenseite in die andere Richtung. Es kam einem keiner entgegen.

Mit all den Eindrücken machten wir uns auf den Heimweg und stellten glücklich fest, das wir mit der Lage unseres Hotels sehr zufrieden sein können. Dieses mal fuhren wir mit der anderen Metroline und konnten ohne Umsteigen fußläufig beim Hotel aussteigen.

28.10.2025: Taipeh

Nach einem entspannten Flug sind wir vor der Zeit schon um 5.41 Uhr Ortszeit gelandet. Draußen war es noch dunkel. Es fühlte sich irgendwie unwirklich an, jetzt schon in Taiwan zu sein. Der Kapitän sagt 22 Grad mit leichtem Regen voraus.

Im Flugzeug wurden wir gut verpflegt. Es gab einen Snack, Mittagessen (hier hat Thomas das letzte Hühnchen bekommen), Sandwich und Frühstück. In der Zwischenzeit haben wir erstaunlich gut schlafen können.

Die Taiwanesen machen die Einreise anders als wir es gewohnt sind. Bei der Ankunft wurde sogar das Handgepäck durchleuchtet und geprüft, dass man nichts dabei hat, was nicht eingeführt werden darf (Fleisch, Obst, Samen, E-Zigaretten etc.). Da sind wir problemlos durchgekommen. Mit der gleichen Gelassenheit stellen wir uns in die Schlange zur Passkontrolle und Einreise. Hatten ja schon alles online ausgefüllt. Also wie immer eine Formsache. Bei Thomas lief alles glatt. Doreen wollten sie nicht durchlassen. Einen Dreher in der Passnummer (es ist echt nicht zu empfehlen ein O oder eine 0 zu haben) wurde ihr zum Verhängnis. Also nochmal aus der Schlange raus, Korrektur vornehmen und wieder anstellen. Dann konnte auch sie einreisen. Noch nie waren wir so froh, schon vor der Einreise die E-Sim des Gastlands aktiviert zu haben…

Erleichtert ging es weiter zur Gepäckabholung. Von weiten sehen wir schon unseren Rucksack. Sehr gut! Nach der Einreise stellen wir fest, dass leichter Regen in unseren Augen etwas anderes ist, wie würden das schon als stark Regen bezeichnen. Ohne Regenjacke und Schirm bist du aufgeschmissen. Naja, wir wollten eh noch ein paar Dinge am Flughafen erledigen. So ging es zum Bargeld holen, was nach mehrmaligen Anlauf auch erfolgreich geklappt hat und zum Kauf einer EasyCard um im ÖPNV flexibel zu sein. Und auch so wird sie als Zahlungsmittel viel anerkannt.

Nach Erkundung des Flughafens fahren wir mit der Metro nach Taipeh und geben unser Gepäck im Hotel ab. Einchecken ist wie erwartet so früh nicht möglich. Wir dürfen uns aber Regenschirme leihen und ziehen los durch unser Viertel. Spontan entscheiden wir uns taiwanesisch zu Frühstücken. Anschließend ging es zur Chiang Kai-Shek Gedächtnis Halle. Als wir wieder draußen waren, wurde der Regen noch stärker und wir entscheiden und für Mittagessen. Es gab leckere Dumplings, eine Spezialität von hier. Gestärkt ging es zum Nachtisch. Bubbletea mit Mochi in braunem Zucker. Ebenfalls eine Kombination, die wir noch nicht kannten.

Wir begeben uns in Richtung Xiamen, was ein sehr quirliges Stadtviertel sein soll, und nehmen auf dem Weg noch den 228 Memorial Park ab. Hier werden die wichtigen geschichtlichen Ereignisse nur anhand von Tag des Monats und Monatszahl identifiziert. Man weiß schließlich in welchem Jahr das Ereignis stattfand. Xen ist dann tatsächlich so wie eine verkleinerte Version von Akihabara und so verbringen wir etwas Zeit damit durch die Gassen zu schlendern.

Dann geht es für uns zum Mengija Longshan Tempel, dem wichtigsten Tempel der Insel. Auf der Auskunftstafel wird noch darauf hingewiesen, dass die Verbündete USA 1945 den Tempel versehentlich dem Erdboden gleich gemacht hat und er im Anschluss wieder aufgebaut wurde.

Mittlerweile ist die Sonne untergegangen und wir können noch einen nahe gelegenen Nachtmarkt besuchen, bevor wir uns auf den Weg ins Hotel machen.

27.10.2025: Frankfurt – Taipeh

Für uns beginnt der Tag nach einer kurzen Nacht um 05:30 Uhr. Wir nehmen die S8 zum Flughafen und können dort mit der Skyline zum Terminal 2 wechseln.

Am Terminal geben wir unser Gepäck ab und kommen schnell durch die Sicherheitskontrolle.

Im T2 gibt es leider kein Entertainment und auch die Fensterplätze im Bereich D sind nur direkt am Gate nach der Boardkartenkontrolle. dennoch können wir unseren Flieger B-18901 beim Einparken beobachten.

Wir nutzen die Zeit für ein Frühstück und beobachten das Treiben.

20.11.2024: Tokyo-Frankfurt

Heute weckt uns der Wecker um 06.00 Uhr. Wir wollen um 06.30 Uhr zum Frühstück, dieses Mal gibt es keine Überraschung, da wir ja bereits einmal in dem Hotel waren.

Beim Verlassen des Zimmers schlägt uns auf dem Outdoor Flur ein kalter Wind entgegen. In Tokio ist es deutlich kühler geworden. Die Baustelle auf der Straße von gestern Abend ist bereits komplett abgebaut.

Um 07.30 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof Keihin Kamata, beim Verlassen des Hotels stellen wir bestürzt fest, dass es zu regnen begonnen hat. Naja, der Weg führt fast durchgängig durch überdachte Einkaufspassagen, da ist das auch nicht weiter tragisch.

Am Bahnhof erwischen wir den Limited Express, der uns ohne Zwischenhalt zum Flughafen bringt und dann noch eine Station weiter zum Terminal 2.

Hier begeben wir uns erstmal auf die Suche nach der Gepäckabgabe. Die erste Abgabestelle ist nur für Business und Premium, ein Schild gibt es aber nicht. Beim richtigen BaggageDrop angekommen, scheitern wir am selfService, weil nirgendwo steht, dass ein biometrischer Abgleich erfolgt. Dafür muss man halt in eine unauffällige Kamera schauen, auf die aber nirgendwo hingewiesen wird. Nunja, es gibt ja noch den betreuten Schalter und bei dem klappt alles ohne Probleme, allerdings mit etwas Wartezeit. Wir sind jedoch früh genug, sodass dies kein Problem darstellt.

Danach folgt die Sicherheitsschleuse und ein kleiner DutyFree Bereich, beim letzten Mal war der größer, vermutlich sind wir da von einem anderen Terminal aus geflogen.

Wir erstehen im DutyFree noch Unagi, Hokke und Yokan und warten entspannt auf das Boarding.

Da wir in einer Reihe sitzen, können wir das Bordgepäck taktisch klug nach Boardinggruppen verteilen und haben so wenig Stress.

Die ersten Stunden des Fluges nutzen wir auch um fehlenden Schlaf nachzuholen, selbst nach der eingeschobenen Mahlzeit fallen uns nochmal die Augen zu.

Danach verbringen wir die Zeit mit dem Entertainment Angebot des Fliegers.

Pünktlich um 16.40 Uhr Ortszeit landen wir und können dann auch unser Aufgabegepäck an uns nehmen. Danach geht es noch mit dem RE und Bus zurück nach Hause.

19.11.2024: Nago-Tokyo

  • Übernachtung:Toyoko Inn Kamata Higashi-guchi
  • Schritte: 19.300

Heute treffen wir uns um 07.00 Uhr zum Frühstück. Obwohl wir wieder im gleichen Hotel übernachten, gab es Variationen beim Frühstück. Das hat uns sehr gefallen. Es wird wohl das letzte Mal Nato geben.

Ein bisschen Rückreisefeeling kommt schon auf, auch, dass unsere Japantour zu Ende geht. Trotzdem lassen wir uns davon nich die Laune verderben und bauen noch einen Zwischenstop auf unserem Weg mit dem Auto zum Flughafen Naha ein. Es geht zur Burg Nakagusuku. Die 2. Beste erhaltene Burg auf Okinawa und UNESCO Welterbe. In der 1. waren wir in Naha schon. Und tatsächlich, sie war noch sehr gut erhalten. Gerade im Mauerwerk konnten wir verschiedene Baustile ausmachen (Nozura-zumi, Tofu-zumi, Kikko Midare-zumi). Außerdem war die geografische Lage so, dass wir sowohl den Pazifik als auch das Ostchinesische Meer sehen konnten.

Hibiscus

Anschließend ging es Tanken und zum Flughafen. Die Fahrt auf dem Expressway war die richtige Wahl. Wir hatten kaum zeitlichen Verzögerung. Tanken funktioniert anders als in Deutschland. Man fährt einfach zur Tankstelleneinfahrt, bekommt eine Zapfsäule zugewiesen und bleibt im Auto sitzen, während jemand anderes für einen tankt.

Am Flughafen gibt es dann mal wieder Probleme und wir werden mit dem Halbautomatisierten check-in und Gepäckaufgabeaystem konfrontiert. Letztendlich landen wir bei einer Person am Schalter. Schließlich wollen wir unser Aufgabegepäck in Tokio nochmal wiederhaben und nicht direkt bis Frankfurt durchchecken. Mit viel Geduld lässt sich auch dieses Problem lösen.

Beim einsteigen in den Flieger stellen wir fest, dass bestimmt 80% des Flugzeugs mit Schulkindern belegt ist, die auf Klassenfahrt waren. Wir sind fasziniert, dass sowas hier als Klassenfahrt wohl Standard ist. In 2er-Reihen aufgestellt betreten sie geordnet das Flugzeug. Diese Reihe scheint nicht zu enden. Wir sehen auch das staunen der anderen Passagiere. Schon bei der Ankunft auf Okinawa und in Naha haben wir ganz viele Schülergruppen getroffen. Der Flug selber war dann recht ruhig. Auch die angekündigten Turbulenzen waren zum Glück kaum spürbar.

In Tokyo machten wir uns auf zum Hotel. Dieses Mal kennen wir den Weg schon, da wir vor ein paar Tagen hier schonmal übernachtet hatten. Anschließend treffen wir uns gegen 19.00 Uhr mit Thomas Onkel in Yokohama Chinatown zum Abendessen. Das war wieder ein tolles Erlebnis. Wir bestellten beim all you can eat eine bunte Auswahl, welche nacheinander in die Tischmitte zum Teilen gestellt wurden.

Danach heißt es einkaufen und Gepäck von Thomas Onkel abholen. Kurz vor Ladenschluss um 22.00 Uhr hatten wir es geschafft. Zurück im Hotel gingen wir nochmal in den Supermarkt um die Ecke und besorgten ein paar fehlende Kleinigkeiten und etwas Proviant für den Flug. Auf dem Hotelzimmer ließen wir den Urlaub nochmal Revue passieren. Es hat wieder sehr viel Spaß gemacht. Jetzt “nur noch” für morgen packen.

18.11.2024: Nago-Yagaji&Kouri Island-Yambaru Nationalpark-Nago

  • Übernachtung: Super Hotel Okinawa Nago
  • Schritte: 12.000

Wir treffen uns zum Frühstück um 07.15 Uhr, dieses Mal gibt es wieder ein gewohntes solides japanisches Frühstücksbuffet.

So geht es gut gestärkt mit dem Auto auf die Reise. Wir fahren zuerst Yagaji (Island) an und wechseln dann auf die Insel Kouri. Diese Verbindung erfolgt über eine Recht fotogen erscheinende Brücke. Im Anschluss geht es wieder über Yagaji und Ojima zur Hauptinsel Okinawas.

Heute haben wir uns die Ostküste der nördlichen Hauptinsel vorgenommen und so geht es erstmal über die Route 331 nach Higashi und schließlich zum Higashi-son Fureai Hirugi Park (東村ふれあいヒルギ公園). Dort können wir einen kleinen Einblick in die Fauna eines Mangrovenwaldes erhaschen und beobachten dabei zahlreiche Krebse und etliche Schlammspringer. Im ersten Moment sieht man nichts, wenn man auf ein Bodenstück des Mangrovenwaldes blickt, aber dann, plötzlich, fallen einem kleine Bewegungen auf, die sich dann als Tiere entpuppen. Diese Tiere sind so gut getarnt, dass man sie fast nur erkennt, wenn sie sich bewegen.

Auch in unmittelbarer Nähe zum Mangrovenwald finden sich zahlreiche Schmetterlinge. Nur zum Fotografieren sind diese einfach zu flink oder zu erratisch in ihren Bewegungen.

Weiter Richtung Norden geht es auf der Route 70 vorbei an einigen Stauseen und im Gegensatz zur Westroute immer auf und ab. Wir machen einen kurzen Stop an einem Ananasfeld und können eine kleine Ananas vom Straßenstand genießen. Gut, dass das Schweizer Taschenmesser immer dabei ist. Obwohl auf dem Hinweisschild stand, dass sie noch sauer sei und eigentlich eher für Saft geeignet sei, fanden wir sie sehr süß und saftig. Kein Vergleich zu denen im Deutschen Supermarkt. Dann besichtigen wir noch kurz den Leuchtturm Sedakazaki und fahren weiter gen Norden bis wir wieder auf die Route 58 von gestern am Cape Hedo treffen.

Heute sind die Wetterbedingungen ganz anders und so halten wir erneut kurz am nördlichsten Punkt Okinawas um das Wellenspektakel zu genießen.

Von hier geht es noch zum Aussichtspunkt Kayauchi Banta, der an der ehemaligen Küstenstraße liegt.

Schließlich geht es wie gestern über die Route 58 nach Süden in Richtung Nago. Heute weht der Wind aber so stark, dass er die Gischt der sich an den Felsen brechenden Wellen regelmäßig über die Fahrbahn der Küstenstraße trägt.

Kurz nach Einbruch der Dunkelheit kommen wir wieder am Hotel an und können den gleichen Parkplatz wie gestern nutzen.

Dann geht es für uns noch zum Abendessen in ein Ramenlokal. So lassen wir den Abend dann ruhig ausklingen, wobei wir uns noch etwas mit der Planung des morgigen Tages beschäftigen.