17.11.2024: Naha-Yambaru Nationalpark-Nago

  • Übernachtung: Super Hotel Okinawa Nago
  • Schritte: 11.800

Wir stehen heute um 07.15 Uhr auf, ein neues Hotel mit einem neuen Frühstück wartet auf uns. Da das Frühstück deutlich westlicher angehaucht ist, als die bisherigen, sind wir etwas enttäuscht, obwohl es sehr gut schmeckte.

Gegen 09.15 Uhr brechen wir auf zur Monorail Station Miebashi und sind nach etwa 10 Minuten dort, die Monorail fährt dann auch Recht bald zum Flughafen, wo wir unseren Mietwagen für die kommenden 2.5 Tage abholen wollen.

Der Shuttle Bus zum Mietwagenstation fährt uns genau vor der Nase weg und so können wir noch 15 Minuten lang das Treiben am Flughafen bestaunen. Die Fahrt mit dem Shuttle erweist sich als Recht kurz, aber dadurch sind bei unserer Ankunft alle Schalter frei. Tatsächlich hat jeder Fahrgast beim Einsteigen in den Shuttle bereits seine Schalternummer zugeteilt bekommen, sodass die Abwicklung sehr koordiniert abläuft. Unser Mitarbeiter nimmt die Sache bei den Papieren sehr genau und kopiert alles lieber gleich zweimal. Nun gut, uns hetzt ja nichts. Dafür wird bei der Mietwagenübergabe dann aber auch alles genau dokumentiert, ganz anders als in Deutschland bei den großen Branchenvertretern, wo ein Kratzer mindestens 1.5cm groß und mit dem Fingernagel spürbar sein muss.

Wir haben einen Mazda3 mit etwa 35.000km bekommen, was für uns ein Upgrade darstellt. Der Wagen hat ein englisches Navigationssystem, Spurhalter und ACC, das Fahren wird damit hoffentlich gut gehen.

Da die Wettersituation etwas undurchsichtig ist, beschließen wir erstmal den am weitesten entfernten Punkt unserer Liste anzufahren und so versuchen wir Daisekirizan einzugeben, scheitern aber kläglich. Uns kommt noch in den Sinn, dass in einem Reiseblog stand, man solle nach den Telefonnummern suchen und tatsächlich, das Navi hat eine Telefonnummernsuche die auch das gewünschte Ergebnis ausspuckt.

Unser Ziel liegt knapp am nördlichsten Punkt Okinawas und ist etwa 120 km vom Flughafen entfernt. Google hatte als Zeitangabe für die Strecke etwas zwischen 1.5 und 3 Stunden errechnet, was uns etwas ungenau vorkam.

Wir fuhren los und es ging erstmal mitten durch Naha bevor es auf den Expressway ging. Vermutlich ist die ungenaue Zeitangabe mit dieser Stadtpassage zu erklären, wir kamen jedenfalls ziemlich gut durch und waren mit einem kurzen Stop an einem Konbini um ein Mittagessen zu besorgen um 14 Uhr vor Ort.

Uns begrüßte ein ziemlich feuchtes Wetter wobei nicht ganz klar auszumachen war, ob es sich um tief hängende Wolken oder ganz feinen Niederschlag handelte. Beim Daisekirizan handelt es sich um einen schönen Landschaftspark, der auf verschiedenen Routen die Highlights der geologischen Formationen sowie der Flora und Fauna zur Schau stellen möchte.

Tatsächlich sind wir von allem sehr beeindruckt, nur die Aussichtspunkte haben mitten in den Wolken etwas an Reiz verloren.

Am Ende der Touren wartet noch ein weiteres Highlight auf uns, eine Schuhputzstation für unsere verdreckten Schuhe.

Wir fahren dann zum Cap Hedo, dem tatsächlich nördlichsten Punkt Okinawas, hier erwartet uns eine beeindruckende Küstenlandschaft, die uns in ihren Bann zieht.

Dann fahren wir noch auf einen benachbarten Aussichtspunkt in Form einer Okinawaralle. Hier erweist sich der Weg als besonders spannend, da es nur vereinzelt Platz für zwei Autos nebeneinander gibt und der Fahrbahnrand aus einem steilen Abwassergraben besteht.

Mit Einbruch der Dunkelheit geht es für uns etwa 50 km zurück nach Nago, der zweitgrößten Stadt Okinawas. Hier haben wir unser Hotel nah an der Autostraße gebucht um nicht endlos durch kleine Gassen kurven zu müssen. Wir erwischen den letzten Platz auf dem direkt am Hotel liegenden Parkplatz und können so direkt einchecken.

Uns erwartet mal wieder ein Welcome Drink, den wir noch nehmen während unsere Wäsche in der Münzwaschmaschine gewaschen wird.

Im Anschluss gehen wir in der Nachbarschaft Chinesisch essen und lassen den Tag dann im kleinen Onsen ausklingen. Dieses Mal gibt es aber nur eine Anlage, die in unterschiedlichen Zeitslots jeweils für Frauen oder Männer betretbar ist. Eine Art TDM, so etwas haben wir bisher auch nicht gesehen.

16.11.2024: Zamami-jima-Naha

  • Übernachtung: Comfort Inn Naha Tomari Port
  • Schritte: 11.500

Heute treffen wir uns entspannt um 8.00 Uhr zum Frühstück. Es gab ein typisches Inselfrühstück, welches pro Person angerichtet wurde. Es war sehr lecker und gibt genug Grundlage für die bevorstehende SUP&Schnorcheltour. Wir sind schon ganz aufgeregt, da es das erste Mal SUP im Meer sein wird und unsere 1. Schnorcheltour ist.

5 Minuten vor der Zeit werden wir von unserem Tourguide abgeholt und zum Treffpunkt gebracht. Wir können die ganze Ausrüstung testen: Flossen, Schwimmweste, Neoprenanzug und Taucherbrille. Es gab sogar welche mit Sehstärke und wir finden passende für uns. Anschließend geht es auf zum Ama-Strand. Es ist bewölkt, aber warm. Der Wind wird stärker, als gestern noch vorhergesagt, aber das hält uns nicht ab. Wir steigen auf die Bretter und fahren etwas auf das Meer hinaus, sowie an der Küste entlang. Die Landschaft ist malerisch. Das Wasser ist so klar, dass die Blautöne richtig herausstechen und die Inseln von einem kräftigen Grün überzogen sind. Das SUP fahren erfordert etwas mehr Balance, als wir es gewohnt sind, trotzdem ist keiner ins Wasser gefallen. Danach fuhren wir wieder an den Start zurück und wechselten auf die Schnorchelausrüstung. Eine Probe im Meer zeigt, das ist warm. Kein Vergleich zur Nord-/Ostsee oder dem Mittelmeer. Nur auf Sri Lanka war das Wasser noch wärmer. Wir verzichten auf den Neoprenanzug und los geht’s. Es eröffnet sich eine atemberaubende Unterwasserwelt und das direkt vor der Küste. Wir können unseren Augen kaum trauen. Tatsächlich, es gibt diese Fische in freie Wildbahn, die man sonst nur aus Fotos und Erzählungen kennt. Was eine Vielfalt auf engem Raum. Wir haben sogar Glück und können 2 Wasserschildkröten beobachten. Sie gleiten mit einer Leichtigkeit durchs Wasser-sehr elegant. Wir sind wirklich beeindruckt. Am Ende der Tour geht es mit dem Auto zurück zum Startpunkt. Wir hatten es uns zwar gedacht, sind aber dennoch erstaunt, man friert hier einfach nicht. Es ist kein Problem nass aus dem Wasser zu kommen und sich ohne abtrocknen ins Auto zu setzen. Die Einheimischen manchen das genauso. Am Startpunkt angekommen können wir noch duschen und uns umziehen.

Anschließend geht es Mittagessen nach Okinawa Art in einem kleinen Local, hier wird viel mit Schweinefleisch serviert und danach geht es zurück zur Fähre.

Unser Puls steigt als zur vereinbarten Zeit um 14.40 Uhr nicht der Hotelshuttle mit unserem Gepäck vorbeikommt. Die Fähre fährt um 15.00 Uhr. Es ist die letzte Fähre für diesen Tag. Auch um 14.45 Uhr war noch niemand in Sicht. Wir überlegen fieberhaft, was los ist. Sonst waren sie immer zuvorkommend und pünktlich. Schließlich halten wir es nicht mehr aus und verursachen im Hotel anzurufen, es geht keiner ran. Und nun? Endlich um 14.53 Uhr biegt der Shuttle ein, bringt unser Gepäck und entschuldigt sich für die Verspätung. Wir sind mehr als erleichtert und hetzen zum Schiff. Geschafft! Diese Aufregung hätten wir nicht gebraucht.

Die Fährfahrt war ruhig. Kaum Wellengang, dafür aber viel Regen, Zeit ein Nickerchen zu machen. Zurück in Naha checken wir im Hotel ein und suchen ein Lokal zum Abendessen. Heute soll es Tempura geben. Die Ebi fry Tempura war unser Favorit. Sowas hatten wir hier noch nicht bekommen.

Gut gesättigt lassen wir den Abend ausklingen und überlegen uns noch ein bisschen was für den nächsten Tag. Morgen soll es mit dem Auto in den Norden gehen.

15.11.2024: Naha-Zamami-jima

  • Übernachtung: Kerama Blue Resort
  • Schritte: 18,9k

Heute können wir ein bisschen länger schlafen, erst um 08.00 Uhr treffen wir uns zum Frühstück. Danach packen wir und checken aus, glücklicherweise können wir unser Gepäck erstmal hier lassen und so ziehen wir leicht bepackt los. Es ist schon jetzt wieder schwül warm und man hält es problemlos in kurzer Kleidung aus. Allerdings macht uns der Blick auf das Wetter immer mehr Sorgen, sodass wir beschließen, jetzt ist die Zeit gekommen auch einen klassischen japanischen Regenschirm zu kaufen. Diesen finden wir direkt im nächsten Konbini. Es geht wieder durch die Kokusaidori, die im Hellen ganz anders wirkt, am Makishi Fischmarkt vorbei um im Stadtteil Tsuboya das hier sehr starke Töpferei-Handwerk zu bestaunen. Wir schlendern an kleinen Läden vorbei und auf dem Rückweg durch eine Nebenstraße finden wir hier auch noch einige richtige Werkstätten.

Dann geht es durch den Makishi Fischmarkt, dieses Mal gehen wir rein und bestaunen die großen Hummer, Krebse, Schnecken und Muscheln. Außerdem wird hier der Fubu-Fisch feil geboten.

Beim Schlendern durch die Kokusaidori finden wir auch noch die Artikel des anderen hier stark vertretenen Handwerks, die Glasbläser Zunft. Außerdem gönnen wir uns ein Eis, als Sorten gibt es Drachenfrucht und Süßkartoffel, beides sehr lecker.

Am Hotel angekommen nehmen wir erstmal eine Reisetablette ein, gleich geht es für 2 Stunden auf die Fähre nach Zamami.

Auf dem Weg zum Fährterminal erwischt uns ein ziemlicher Regenschauer, gut dass wir heute morgen noch die allgegenwärtigen durchsichtigen Schirme gekauft haben, diese kommen jetzt genau richtig.

Am Terminal angekommen, haben wir mal wieder eine Punktlandung eingelegt. Kaum stehen wir in der Schlange geht das Boarding los. Pünktlich um 13.15 Uhr verlässt die Fähre den Hafen und wir stechen in See. Thomas ist von den Reisetabletten ziemlich ausgeknockt und verschläft die meiste Zeit, bei Doreen gibt es dagegen keine Nebenwirkungen.

Auf Zamami angekommen, werden wir schon vom Shuttle Service der Unterkunft erwartet und kommen so schnell auf unser Zimmer.

Wir werfen unsere Sachen in die Ecke und gehen sofort wieder los um die Insel etwas zu erkunden. Vom Shuttle werden wir an den Furuzamami Strand gebracht wo wir erstmal die Landschaft auf uns wirken lassen. Tatsächlich wirkt es fast so wie im Frühling auf Sri Lanka. Die Farben sind herrlich intensiv und der Sandstrand ist sehr schön. Wir gehen weiter in das Zamami Dorf, da wir dort nach einem Schnorchel/ Standup Anbieter für morgen früh suchen wollen.

Nachdem wir etwas umherirren, finden wir einen, der gerade die Sonnenuntergangstour vorbereitet. Wir sprechen ihn einfach an und können so für morgen eine SUP und Schnorchel Tour organisieren.

Da das Hotel-Shuttle morgen unser Gepäck zum Hafen bringt spricht nichts gegen den Plan. Wir sind begeistert wie hilfsbereit und offen die Menschen hier sind. Nachdem wir dies geklärt haben geht es für uns wieder an den Hafen, da wir dort wieder  um 17.00 Uhr vom Shuttle eingesammelt werden.

Schon um 18.00 Uhr geht es für uns zum Abendessen, das Hotel hat für uns einen Tisch im Izakaya Restaurant Nanamaru reserviert.

Im Restaurant bestellen wir eine Auswahl aus der Karte und teilen es uns, so wie es hier üblich ist. Das Essen war sehr vielfältig und lecker.

Wir werden wieder abgeholt und gehen heute früh auf unsere Zimmer, hier gibt es tatsächlich keinen Konbini bei dem man sich noch für einen gemütlichen Abend eindecken kann.

14.11.2024: Tokyo-Okinawa Honto-Naha

  • Übernachtung: Toyoko Inn Okinawa Naha Asahibashi Ekimae
  • Schritte: 22.000

Heute geht es für uns in den Süden Japans. Da sind wir schon sehr gespannt, es wird bestimmt ganz anders, als die bisherigen Japanerfahrungen.

Auf dem Weg zum Frühstück stellen wir fest, dass die Baustelle von der Nacht fertig gestellt wurde. Schon spannend, dass da die Nacht durchgearbeitet wurde,um möglichst den Verkehr nicht zu behindern.

Das Frühstück war heute sehr klein, selbst für Toyoko Inn Verhältnisse. Auf dem Weg zum Flughafen erleben wir Japanische rush hour deluxe. Wir haben schon ein schlechtes Gewissen, weil wir uns in die letzten Lücken im Zug quetschen, aber dann kommt noch jemand und wir dachten, jetzt ist wirklich voll. Dem nicht genug, drückte sich noch eine Person in den Zug und die Tür brauchte 5 Anläufe, bis sie schloss. Wie gut, dass wir so groß sind und über die Leute drüber schauen können.

Am Flughafen ging es dann ganz schnell. Gepäck aufgegeben, Sicherheitskontrolle und anschließend warten auf das boarding. Das Flugzeug war fast ausgebucht. Es war eine 787, also das genau gleiche Modell, wie mit dem wir schon 2 Wochen vorher nach Japan geflogen sind, nur anders bestuhlt. Enttäuscht stellen wir fest, dass es in der Luft keinen Snack bekamen, dabei sind wir doch über die Mittagszeit ca. 3h geflogen.

In Naha, Okinawa empfängt uns eine warme, tropische Luft. Bein verlassen des Flughafens ist es ein bisschen so, als würden wir gegen eine Wand laufen. Es erinnert uns ein bisschen an Srilanka. Wir sehen auch direkt die ersten Palmen. Mit der Monorailbahn machen wir uns auf zum Hotel und geben das Gepäck ab. Zum einchecken war es mit 14.30 Uhr einfach zu früh. Entsetzt stellten wir fest, dass der Mann am Empfang überhaupt kein Englisch kann, nicht mal ein paar Brocken. Wie gut, dass Thomas Mutter weiter helfen kann.

Nach dem anschließenden Mittagessen gegen 15.30 Uhr in einem kleinen Ramen Lokal um die Ecke machen wir uns mit der Monorailbahn auf zur Burg Shuri. Sie ist beeindruckend groß. Leider befindet sich in ihrem Inneren noch eine Baustelle, sodass wir uns gegen die Besichtigung entschieden haben. Dafür nehmen wir den umliegenden Park sehr gründlich ab und stellen gegen 17.00 Uhr etwas verwundert fest dass die Sonne noch nicht untergegangen ist. Der Sonnenuntergang ist erst gegen 17.40 Uhr, also verbringen wir noch ein paar Minuten damit dem Sonnenuntergang zu folgen.

Nachdem die Sonne untergegangen ist geht es für uns in die Kokusai-Dori. Die Töpferstrasse hat aber bereits geschlossen und so gehen wir am Makishi Market vorbei zur Hauptvergnügungsmeile.

Hier finden wir auch bald ein leckeres abendgericht und machen uns im Anschluss auf ins Hotel. Dort checken wir ein und lassen den Abend Revue passieren.

13.11.2024: Tsunagi Onsen-Morioka-Sendai-Yokohama-Tokyo

  • Übernachtung: Toyoko Inn Kamata Higashi-guchi
  • Schritte: 26.000

Unser Tag startet, wie für einen guten Ryokan üblich, mit einem ausgiebigen Frühstück. Auch heute werden wir wieder von einigen neuen Gerichten überrascht.

Da der vom Hotel organisierte Shuttle Bus zum Bahnhof Morioka erst um 09.45 Uhr fährt, bleibt uns noch etwas Zeit für einen morgendlichen Spaziergang. Wir nehmen geschickter Weise noch drei kleine Handtücher mit um die gestern Abend entdeckten heißen Quellen am Straßenrand zu testen. Insgesamt führt uns der Spaziergang an drei Quellen vorbei, eine direkt gegenüber von unserem Hotel in der Morgensonne, eine morgens doch stark beschattete und schließlich eine warme Handquelle. Auf dem Weg zum Stausee wird die Handquelle als erstes getestet. Nach einer kurzen Strecke am Seeufer entlang, bei der wir einen Seeadler in etwas Entfernung beobachten können, geht es zurück zum Hotel. Hier verbringen wir dann noch ein paar Minuten barfuß und mit hochgekrempelten Hosenbeinen in der Quelle.

Kurz vor Abfahrt des Busses holen wir unser Gepäck aus dem Zimmer und waschen dabei nochmal unsere Füße, die Quelle roch leicht schwefelhaltig.

Der Bus bringt uns zum Bahnhof Morioka wo wir um 10.51 Uhr in den Shinkansen einsteigen. Dieser kommt planmäßig um 11.31 Uhr in Sendai an. Heute ohne Regen, sondern bei strahlendem Sonnenschein erkunden wir die Stadt, zuerst geht es mit dem Touristenbus Loople zur Aoba Jo, den Ruinen der Burg von Date Matsume hoch über der Stadt.

Der einzige Linienbus auf den Burgberg.

Von hier gehen wir den Burgberg hinab und folgen der Einkaufspassage zum Bahnhof zurück. Dabei lassen wir uns etwas treiben und beobachten die Leute und die Läden. Am Bahnhof angekommen besorgen wir uns noch ein Mittagessen in Form einer Bento-Mischung und fahren um 14.31 Uhr weiter nach Tokio. Auf der Fahrt lassen wir uns das Essen schmecken und schaffen es kaum die Landschaft, die mit 320km/h an uns vorbei fliegt, zu genießen.

In Tokio kommen wir dann um 16.01 Uhr an und sind ziemlich beeindruckt davon, wie schnell die 370 km überwunden worden sind.

Nach einer kurzen Weiterfahrt mit der JK-Line zum Bahnhof Kamata checken wir in unserem Hotel ein. Vom 10. Stock hat man einen guten Blick über das Viertel.

Wir sortieren unser Gepäck und fahren mit den Dingen die wir in Okinawa nicht mehr brauchen zu Thomas Onkel nach Yokohama. Dies stellt bereits unsere vorletzte Fahrt mit dem JapanRailPass dar und wir werden etwas wehmütig. Der Wehmut verfliegt, als wir mit Thomas Onkel Essen gehen und es mal wieder sehr leckere Gyoza und andere Gerichte gibt.

Unsere letzte Fahrt mit dem Pass führt wieder zurück nach Kamata. Hier erkunden wir noch die Umgebung, da wir nochmal in dem gleichen Hotel übernachten werden.

Wir finden noch einige Leckereien und lassen den Tag gemeinsam ausklingen.

12.11.2024: Akita-Kakunodate-Morioka-Tsunagi Onsen

  • Übernachtung: Aishinkan
  • Schritte: 22.800

Heute startet der Tag um 07.00 Uhr mit einem ausgiebigen Frühstück. Das Buffet hat uns direkt umgehauen. Es gab neue Gerichte, die wir noch nicht hatten, wie beispielsweise ein Curry, Umeboshi oder Mangolassi. Wir konnten gar nicht alles probieren, sodass wir die westliche Ecke mit Crossaints, Pancackes, Joghurt usw. auslassen.

Da wir auf dem Land leider einen etwas lückenhaften Busplan vorfinden, fahren wir mit dem Taxi zum Bahnhof in Akita.

Um 09.12 Uhr geht es mit dem Komachi Shinkansen nach Kakunodate. Dies ist ein Minishinkansen nach Tokyo. Erkennbar daran, dass er nur in 4er Reihen bestuhlt ist (sonst sind es 5er Reihen). Beim losfahren wundern wir uns, warum es plötzlich rückwärts geht. Normalerweise sind die Sitzreihen immer in Fahrtrichtung ausgerichtet. Die Erklärung erfolgt kurze Zeit später. Bis zur 1. Station (Omagari Station) geht es in umgekehrter Fahrtrichtung, danach geht es vorwärts weiter. Auf dem Land gibt es einfach nicht so viele Schienen, so hält dieser Shinkansen zwischendurch auch um Gegenverkehr passieren zu lassen.

Wir steigen in Kakunodate aus und gehen bei schönem Wetter in den historischen Teil der Stadt. Im nördlichen Teil lebten früher die Samurai und im südlichen Teil die Kaufmänner. In einige der Häuser darf man teilweise eintreten und kann so einen Blick in die damalige Lebensweise erhaschen. Bei den Häusern der Samurai ist auch ein Klassen-Unterschied erkennbar. Am nördlichen Ende des Viertels gehen wir an den Fluss, welcher von einer, im Frühjahr sicher beeindruckenden, Kirschbaumallee gesäumt wird. Jetzt im Herbst sieht es hier etwas farbloser aus, sodass wir weiter durch die Stadt gehen. Im Händlerviertel können wir einen Blick in eine Schatzkammer werfen. In Japan sind dies etwas abseits stehende Gebäude ohne Fenster mit dicken Mauern und Türen, die so die Kostbarkeiten vor Feuer schützen sollen. In einer Soja- und Misobrauerei können wir eine Misosuppe und zwei verschiedene Soja-basierte Suppen probieren. Diese schmecken deutlich anders als die Supermarktware.

Wir fahren gegen 12.58 Uhr in Kakunodate mit dem Shinkansen los in Richtung Morioka. In Morioka angekommen, wundern wir uns über die schlechte Einfahrt des Zuges in den Bahnhof. Er muss mehrere Male Stop&Go fahren, bis er am richtigen Punkt zum stehen kommt. Beim aussteigen stellen wir fest, dass er zusammengekoppelt wurde. Dann schließen wir wieder unser Gepäck ein und fahren mit dem “Schneckenbus” Dendenmushi zum Stadtpark. Hier erwartet uns eine wunderbare Nachmittagssonne und so können wir die Burgruine im Park sehr genießen. Das Herbstlaub hat auch hier Einzug gehalten, allerdings deutlich weniger als auf der Westseite des Landes.

Im Anschluss schlendern wir die O-Dori in Richtung Bahnhof wieder zurück und warten dort ein wenig auf den Bus, der uns nach Tsunagi Onsen bringen soll. Unterwegs gibt es noch eine Süßigkeit in einer eleganten Tragetasche. Was man aus Papier nicht alles machen kann.

Dort angekommen bezogen wir unser Zimmer und freuten uns auf das Abendessen, obwohl wir nicht genau wissen was es geben wir, jedoch hatten die Essen in den anderen Ryokans immer unsere Erwartungen übertroffen. Wir haben extra den Tag über wenig genascht. Auch dieses Mal war es wieder der Fall. Wir stellten fest, dass wir uns mitten im Landesinneren befinden und so gab es überhaupt kein Fischgericht. Das war besonders, aber nicht weiter tragisch. Stattdessen gab es Yakiniku (verschiedene Fleischsorten auf einem eingelassenen Tischgrill zum selber Grillen, u. a. Wagyu), Reimen (eine Spezialität aus Morioka) sowie Bibimbap (ein koreanisches Reisgericht).

Anschließend entspannen wir uns noch in den beiden Bädern. Das eine ist ein draußen Bad, das andere ein drinnen Bad. Glücklicherweise war wieder wenig Publikum, sodass wir in aller Ruhe die heißen Quellen genießen konnten.

11.11.2024: Hakodate-Hirosaki-Akita

  • Übernachtung: Akita Onsen Satomi
  • Schritte: 13.500

Heute früh weckt uns der Wecker gegen 06.20 Uhr. Wir treffen uns zum Frühstück um Viertel vor 7. Schließlich müssen wir heute morgen den Zug nach Hirosaki über Shin Hakodate-Hokuto und schließlich Shin-Aomori erwischen. Dadurch, dass wir alle Bahnhöfe bereits aus den vorhergehenden Tagen gut kennen, gestalten sich Umstieg und Co als stressfrei. Im Hokkaido Shinkansen in Richtung Festland machen wir alle noch etwas Augenpflege, es sind über große Teile der etwa 90 minütigen Fahrt nur Tunnelwände zu bestaunen.

In Shin-Aomori steigen wir in den Local Train in Richtung Akita ein, allerdings steigen wir bereits nach 45 Minuten in Hirosaki wieder aus. Der Zug war recht voll und so konnten wir nicht alle sitzen. In Hirosaki schließen wir unser Gepäck ein und fahren mit dem 100yen Bus zum Stadtpark um doch noch eine Burg auf unserer Reise zu besuchen. Der Park ist geprägt von der schönen Färbung des Herbstlaubs und beherbergt die Überreste einer alten Burg.

Insbesondere ein Turm der Befestigungsanlage ist noch gut erhalten. Da die Mauer darunter aber dringend saniert werden muss, haben die Japaner den Turm einfach um 70m verrückt um so die Sanierung der Mauer durchzuführen ohne den Turm zu gefährden.

Im Frühjahr würde der Park mit einem Meer an Kirschblüten aufwarten können, jetzt im Herbst ist es fast genauso schön und gar nicht überlaufen.

Nach dem Park schauen wir noch kurz in dem benachbarten Stadtviertel vorbei, in welchem noch einige alte Samurai-Häuser stehen. Die Häuser haben sich die Öffnungszeiten nach Tagen aufgeteilt, so ist gewährleistet, dass immer eins offen ist. Wir schauen uns demnach eines an und sind beeindruckt von der Anlage des kleinen Gartens und von der Rieddachkonstruktion.

Die Gegend ist berühmt für ihre Äpfel

Im Anschluss geht es dann wieder mit dem Bus zum Bahnhof, unser nächster Zug fährt um 14.47 nach Akita ab. Zuvor holen wir unser Gepäck aus dem Schließfach und decken uns nochmal mit Proviant ein. Diese Fahrt dauert etwa zwei Stunden, die jedoch dank Sitzplatz gut zu überstehen sind. Die Fahrt führt uns mitten durch Tohokus Hinterland und so geht es durch kleine Dörfer, zu Anfang noch durch Täler und gegen Ende vermehrt durch Reisfelder. Auffällig ist, dass hier die Häuser alle wirkliche Gärten haben und diese als Nutzgarten bewirtschaftet werden. In den Städten gibt es für sowas keinen Platz.

In Akita suchen wir den Bussteig und fahren gegen 17.45 Uhr zu unserem Ryokan für die Nacht.

Am Ryokan angekommen checken wir ein und trinken erstmal einen Tee auf dem Zimmer und essen eine Süßigkeit. Dann geht es um 19.00 Uhr bereits zum mehrgängigen Abendessen. Dieses ist geprägt von lokalen Spezialitäten und erweist sich als sehr sättigend.

Nach dem Essen entspannen wir uns noch etwas und gehen nochmal in Bad, welches bis morgen früh durchgängig geöffnet hat.

10.11.2024: Sapporo-Onumakoen-Hakodate

  • Übernachtung: Toyoko Inn Hakodate
  • Schritte: 25.800

Heute haben wir einen entspannten Morgen. Wir stehen mit 07.30 Uhr vergleichsweise spät auf, bereiten in Ruhe unser Frühstück vor und checken gegen 09.45 Uhr aus. Es empfängt uns eine angenehme Wärme mit Sonnenschein. Das Thermometer zeigt 10 Grad. So hatten wir es eigentlich die anderen Tage auch erwartet. Wir schlenderten zum Bahnhof (ca. 45 Minuten zu Fuß) und entscheiden uns bewusst für die übererdische Wegstrecke.

Pünktlich um 10.56 Uhr fährt der Zug los. Wir verlassen den nördlichsten Punkt unserer Reise. Der Zug ist tatsächlich richtig voll. Gestern bei der Sitzplatzreservierung waren schon alle Plätze für den früheren Zug ausgebucht und auch in diesem Zug haben wir keine zusammenhängende Plätze mehr bekommen, jedoch immerhin in einem Wagen. Mittagessen bei dem Schwanken des Zuges ist schon eine kleine Herausforderung gewesen, aber so können wir gestärkt in Onumakoen aussteigen.

Wir folgen 2 Wanderwegen im Onuma Quasi Nationalpark. Hier ist es schon sehr herbstlich und recht idyllisch. Der Park ist mit schmalen Wegen und vielen Brücken zwischen zahlreichen Seen angelegt. Wir haben Glück, dass nicht so viele Leute unterwegs sind. Im Sommer muss es hier brechend voll sein. Wir hören viele Vögel, die ein Konzert geben (Enten, Raben, Seeadler,…).

Das Timing stimmt. Wir nehmen den nächsten Limited Express nach Hakodate um 15.43 Uhr und müssen eine Station bis Shin-Hakodate-Hokuto stehen. Danach wird es sehr leer und wir finden auch wieder Sitzplätze. In Hakodate angekommen, reservieren wir uns noch Plätze für morgen und dann geht es auch schon zum Hotel. Dieses Mal wieder in unserer Standardunterkunft Toyoko Inn, welche wie immer gut von weitem sichtbar ist.

Nach dem einchecken machen wir uns noch auf zum Strand. Den haben wir bei unserem 1. Besuch noch nicht erkundet. Da es schon dunkel ist, sehen wir nicht so viel, dafür ist die Geräuschkulise umso erstaunlicher. Hier hört man richtig die Wellen am Strand brechen. Das ist ganz anders als auf der Hafenseite. In weiter Ferne sind die Tintenfisch-Fischerboote nicht zu übersehen, die mit ihrem hellen Licht die Fische anlocken wollen.

Zum Abendessen entschieden wir uns nochmal für ein traditionelles Ramengericht: shio-Ramen (eine leichte salzige Suppe). Das war was feines. Unser anschließender Verdauungsspaziergang führte uns Richtung Bahnhof, entlang des Hafens, in die Stadtmitte und zurück zum Hotel. Wir sind erstaunt wie leergefegt die Straßen sind. Es sind kaum Fußgänger unterwegs, aber auch Autos und Busse sind kaum zu sehen. Wo sind die alle hin? Wir kommen durch Thomas Mutter bestätigt zu dem Entschluss, okay wir sind in der Provinz. Man muss dazu sagen, Hakodate hat ca. 251.000 Einwohner.

Im Hotel genießen wir mal wieder ein Bad und dann ist der Tag auch beendet.

09.11.2024: Sapporo-Otaru-Sapporo

  • Übernachtung: Nakajima Park West House / Vacation Stay
  • Schritte: 28.500

Unser Tag startet heute um 07.00 Uhr. Da unsere Unterkunft eine Selbstversorger Unterkunft ist, gibt es heute kein fertiges Frühstück, sondern wir müssen selber ran. Naja, zumindest ein bisschen. Es gibt fertige Sandwiches aus dem Supermarkt von gestern und wir machen mal wieder Bekanntschaft mit dem Ideenreichtum der Japaner. Der Instant-Kaffee entpuppt sich als echter Filterkaffee mit einmal Filter für die Tasse.

So ziehen wir los und betrachten uns den Nakajima Park im Hellen bevor wir die Ekimae-Dori zur JR Sapporo Station einschlagen.

Nun fahren wir eine kurze Strecke mit der Bahn nach Otaru. Die Stadt erlebte ihre Blütezeit Ende des 19. Jhd. als sie durch die Heringsverarbeitung Bedeutung erlangte. Die hier ansässigen Industriellen ließen sich große Hauser im westlichen Stil bauen und auch die Lagerhäuser zeugten vom westlichen Einfluss. Die Stadt ist geprägt von einem Kanal und einer stillgelegten Eisenbahntrasse. Letztere war 1880 die erste Eisenbahnlinie Hokkaidos und wurde hauptsächlich zum Transport von Kohle für die Schifffahrt genutzt. Am nördlichen Ende des Kanals entdecken wir noch einen Fischmarkt auf dem wir noch einen Snack für den Abend ergattern können.

In einer Seitenstraße in der Nähe der Sushiya-dori finden wir ein kleines Sushi Lokal wo wir unser Mittagessen zu uns nehmen.

Wir laufen schließlich die Sakaimachihondori, eine Straße vollen Souvenirläden und Lokalen entlang nach Süden um in Minami Otaru in einen fast leeren Zug nach Sapporo einzusteigen.

Steam Clock am Ende der Sakaimachihondori

Auf der Zugfahrt entschließen wir uns noch einen Abstecher ins Sapporo Beer Museum zu machen, welches eine Station hinter Sapporo, der Station Naebo, liegt. Auf dem Weg durchqueren wir noch eine große Mall und stehen schließlich vor dem Schornstein der ehemaligen Brauerei.

Wir besuchen den kostenlosen Teil des Museums und bekommen dennoch einen spannenden Eindruck über die Historie der Brauerei und der Bierkultur in Japan als Ganzes. Allerdings entscheiden wir uns dafür unser eigenes Sapporo Beer Tasting zu machen und nehmen nicht am kostenpflichtigen Tasting des Museums teil.

Nun haben wir aber etwas Hunger und beschließen noch eine weitere Spezialität aus Sapporo zu probieren, die Sapporo Curry Soup. Wir finden mitten in der Stadt ein lokal im ersten Untergeschoß und bestellen drei verschiedene Currys. Die Currys erweisen sich als deutlich anders als die uns bekannten Kare-Don. Der Geschmack ist viel lebendiger, allerdings haben sie auch reichlich Feuer. Wir haben die empfohlene Stufe 2 von 15 bestellt und stellen fest, dass es kaum scharfer hätte sein dürfen.

Nun geht es schnell in Richtung Unterkunft, heute aber entlang einer Parallelstraße zur Ekimae-Dori. Auch hier sind wir wieder sehr beeindruckt von den hellen Leuchtreklametafeln.

Im Supermarkt um die Ecke besorgen wir uns noch Proviant für morgen und etwas Hopfenkaltschale um unsere brennendem Münder zu löschen. In der Unterkunft angekommen gibt es dann das besagte selbstorganisierte Beer Tasting und den Fisch vom Vormittag in Otaru. Der Fisch ist ein halbgetrockneter in Salz eingelegter Verwandter der Makrele, aber eben keine echte Makrele. Es handelt sich um eine “Hokke”, ein Fisch aus dem ochotskischen Meer. Der Fisch schmeckt uns sehr lecker, er wurde nochmal kurz vor dem Verzehr in der Pfanne gebraten. Bei den Bieren haben wir die vier Populärsten der heute besuchten Brauerei ausgewählt und können abschließend feststellen, dass sie alle sehr lecker sind. Unsere Rangfolge geht von links nach rechts absteigend.

Im Anschluss geht es noch Duschen und dann bald ins Bett. Heute war ein langer Tag, der neue ist beim Schreiben dieser Zeilen bereits angebrochen.

PS: Die JR möchte im Jahr 2031 Sapporo über Otaru mit Tokio per Shinkansen verbinden. Dann würde die Zugfahrt insgesamt etwa 5 Stunden dauern.

08.11.2024: Hakodate-Sapporo

  • Übernachtung: Nakajima Park West House / Vacation Stay
  • Schritte: 28.000

Heute starten wir etwas anders in den Tag. Nach dem Wecker klingeln hieß es packen und zum Bahnhof. Vor uns liegt eine knapp 4-stündige Zugfahrt mit dem Hokuto Limited Express nach Sapporo. Wir sind erstaunt, dass man für die Strecke so lange braucht, obwohl sie doch gar nicht so weit weg erscheint. Aber da zeigt sich nochmal deutlicher, welche Vorteile der Shinkansen als Reisemittel bietet. Dieser ist hier allerdings nicht weiter ausgebaut. Wir besorgen uns am Bahnhof noch Bentoboxen und Proviant für die Fahrt und dann ging es um 08.48 Uhr auch schon los.

Mit unseren reservierten Sitzplätze war es wieder sehr entspannt. Auch in diesen überregionalen Zügen sind alle Sitze in Fahrtrichtung ausgerichtet. Die Stecke führte schön entlang des Meers. Wir genossen unser Frühstück und machten es dann wie die Japaner und schliefen ruck Zug ein. Bei dem Schaukeln des Zuges war das auch kein Problem. Kurz vor Sapporo wachten wir wieder auf und blickten in den Schnee, der vor ein paar Tagen gefallen ist. Wir konnten es kaum fassen, das erste was wir sehen, als wie vom Bahnsteig kamen, war eine französische Bäckerei mit allerlei Köstlichkeiten, die wir aus unseren Frankreichurlauben kannten.

Wir machen uns auf und erkunden die Stadt. Der Wind ist nicht da, so fühlte es sich auch nicht so kalt an, sodass wir uns erstmal für den oberirdischen Teil der Stadt entscheiden. Für den Winter wird hier so viel Kälte und Schnee erwartet, dass sich die Menschen gerne auch unterirdisch fortbewegen. Man bedenke, dass Sapporo auf dem gleichen Breitengrad liegt wie Marseille.

Es fällt schnell auf, dass Sapporo eine Großstadt ist. Sie erinnert uns ein bisschen an Osaka, wobei Osaka noch viel größer, lauter und bunter war.

Da die Stadt erst gegen Ende des 19. Jhd. an Wichtigkeit zunahm, gibt es nicht viel historisch Bedeutendes zu sehen. Wir nehmen die wenigen wichtigen Örtlichkeiten ab, soll heißen, das Akarenga, ein altes Regierungsgebäude, den Uhrenturm und den Sapporo Tower.

Dann lassen wir uns ein wenig durch die Stadt treiben und landen in Ganso Ramen Yokocho, einer kleinen Gasse voller Ramenrestaurants. Hier nehmen wir dann auch unser Mittagessen ein und können dem Koch bei der Zubereitung direkt auf die Finger schauen.

Im Anschluss gehen wir noch ein Stück durch den herbstlich gefärbten Park und beziehen unser Domizil für die kommenden zwei Nächte.

Da es nun schon dunkel wird, gehen wir nochmal los und lassen die Stadt bei Dunkelheit auf uns wirken. So kommen die ganzen Reklametafeln sehr schön zur Geltung. In der Nähe der Tanukikoji finden wir dann ein Gyoza Restaurant in welchem wir es uns gemütlich machen. Da wir heute schon Recht viel gegessen haben, nehmen wir vom all you can eat Abstand und bestellen so. Im Laden hängt ein Plakat, welches besagt, dass der aktuelle Rekordhalter 85 Gyoza in 90 Minuten vertilgt hat.

Nun geht es für uns nach Hause, wir besorgen uns im Supermarkt noch ein paar Sapporo Biere und etwas Frühstück. Dann waschen wir noch mit der in der Unterkunft vorhandenen Waschmaschine und genießen die ersten lokalen Biere. Damit ist der Tag dann bald für uns vorbei.